Kreuzbund: Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige
Der Kreuzbund (Bild: gemeinsam)

Gemeinsamer Kampf

Sucht ist eine Krankheit, die alle sozialen Schichten unserer Gesellschaft durchzieht. Hiervon sind sowohl Männer als auch Frauen betroffen, dabei in zunehmendem Maße auch junge Menschen. Geht man von den Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen die Suchtgefahren aus, so sind ca. 3 Prozent der Bevölkerung suchtkrank. Allein in Emden wären hiernach ca. 1.800 Personen betroffen.

In Ostfriesland treffen sich Betroffene und Angehörige seit Jahren in den Selbsthilfegruppen, um ihre Sorgen und Nöte auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Die Gruppen und ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen informieren die Ratsuchenden über Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten und motivieren durch die eigene vorgelebte Abstinenz, Wege in ein suchtfreies Leben zu finden.

Seit Oktober 2007 gibt es in Emden eine Kreuzbund-Gruppe. Die Mitglieder treffen sich dienstags jeweils ab 19:30 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der Kreuzbund versteht sich als Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke. Hilfe zur Selbsthilfe in den Kreuzbundgruppen ist stete persönliche Hilfe. Durch sie soll es dem Einzelnen möglich werden, seine Probleme zu lösen, in freier Verantwortung wieder entscheidungsfähig zu sein und sich in der Realität des Alltags zurechtzufinden.

Das Gefühl, in der Gruppe unter "seinesgleichen" zu sein, baut Ängste ab und hilft, die eigene Suchterkrankung zu erkennen und anzunehmen. In unserer trinkfreudigen Gesellschaft ist die Gruppe eine Möglichkeit, Kraft für den Alltag zu schöpfen. Im Gegensatz zu anderen Kranken trifft der Suchtkranke noch sehr oft auf Unverständnis, da das Trinken von Alkohol allgemein als normal gilt.

Die Gruppe wirkt beim abstinent lebenden Suchtkranken als stabilisierender Faktor. Gut 73 % aller Suchtkranken, die nach Abschluss einer Behandlung zumindest ein Jahr lang an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen, bleiben abstinent bzw. schaffen es nach einem Rückfall wieder abstinent zu leben. Ohne diese "Nachbehandlung" beträgt die Rückfallquote etwa 80 Prozent.