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Der Kreuzbund in Emden
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Als sich Mitte 2007 einige Frauen und Männer
aus Emden und Umgebung trafen um gegen ihre Suchtkrankheit
etwas zu unternehmen, gab es noch vielfältige
Schwierigkeiten. Zunächst traf man sich noch in privaten Räumen.
Doch schon bald erwiesen sich die Räumlichkeiten als
ungeeignet. Vor allen Dingen auch wegen der Lage.
So bemühten sich die Gruppenmitglieder um einen Gruppenraum
in der Stadtmitte. Schließlich kam man im Gemeindehaus St.
Michael unter.
Das sich die Gruppe schnell etabliert hat zeigt, wie sehr
die Hilfe zur Selbsthilfe benötigt wird. Gerade der
Umstand, daß die Menschen heute mehr Freizeit haben - sei
es durch Arbeitszeitverkürzung oder durch Arbeitslosigkeit
- und die Macht der Medien, läßt viele Mitmenschen in die
Abhängigkeit von Suchtmitteln geraten. Weil auch in
zunehmendem Maße Jugendliche in die Abhängigkeit kommen,
ist es besonders wichtig auf die Gefahren beim Konsum von
Drogen, Medikamenten und Alkohol hinzuweisen. Wir wissen,
daß der Kontrollverlust zur Sucht führt. Diese Krankheit ist nicht
heilbar! Sie kann lediglich zum Stillstand
gebracht werden.
Hier nun setzt die Arbeit des Kreuzbund
ein. Es ist für den Einzelnen oft sehr schwierig, sich vor
den Versuchungen des Alltages zu schützen. Der Besuch der
Kreuzbund-Gruppe aber gibt nicht nur das Gefühl der
Zusammengehörigkeit - nein, hier wird man auch verstanden
mit seinen Problemen, weil jeder gleiche oder ähnliche
Probleme hat - oder hatte. Hier kann man offen Reden - und
das sollte man auch tun! - denn nur wer etwas sagt, dem kann
auch geholfen werden. Und schämen muß sich bei uns
niemand!
Wir sind also eine Selbsthilfegruppe für
Suchtkranke, -gefährdete und Angehörige, und verstehen uns
als Weggefährte für die Betroffenen und Angehörigen. Da
wir selbst Betroffene sind und durch eine ambulante oder
stationäre Behandlung von Suchtmitteln gelöst in
zufriedener abstinenter Weise leben, können wir aus eigener
Erfahrung Wege aufzeigen, die die Suchtkrankheit zum
Stillstand bringen.
Es gibt sehr unterschiedliche Wege aus
der Abhängigkeit. Einigen Abhängigen gelingt es nur durch
den Besuch unserer Gruppe, sich langfristig von Alkohol,
Medikamenten und Drogen zu lösen. Andere absolvieren zusätzlich
eine ambulante Behandlung innerhalb einer Fachambulanz.
Sinnvoll ist jedoch häufig eine mehrwöchige/-monatige
stationäre Behandlung in einer speziellen Fachklinik für
Suchtkranke. Egal, ob ambulante oder stationäre Behandlung,
der Besuch der Gruppe sollte weiterhin erfolgen, denn ohne
Nachsorge werden mehr als 70% aller Betroffenen rückfällig.
Neben der Gruppenarbeit helfen wir den
Betroffenen durch Besuche in der Klinik, Hausbesuche,
Einzelgespräche und Begleitung (zum schwersten Gang) zur
Entgiftung in das Krankenhaus. Doch auch durch Geselligkeit
und gemeinsame Freizeitaktionen erfährt der Betroffene
menschliche Nähe und Unterstützung, um aus seiner
Isolation herauszufinden.
Die Gruppe in Emden wird wöchentlich
jeweils von etwa 10 Betroffenen und/oder Angehörigen
besucht. Da auch der Partner und die ganze Familie von den
Problemen betroffen sind, werden die Angehörigen in der
Gruppe gerne gesehen, denn auch der Angehörige braucht Rat,
Information und Beistand. Im gegenseitigen
Erfahrungsaustausch werden nicht nur die Probleme
besprochen, die durch den Suchtmittelmißbrauch entstanden
sind, auch die Hintergründe der Sucht, wie Ängste,
Partnerschaftsprobleme, Depressionen, Einsamkeit,
Arbeitslosigkeit oder andere Problemstellungen werden
besprochen.
Zielsetzung
unserer gegenseitigen Hilfe ist nicht nur die abstinente
Lebensweise, sondern zudem die Stärkung der Persönlichkeit,
um mit Konflikten umgehen zu können. Nur hierdurch kann ein
Rückfall vorgebeugt und eine zufriedene Abstinenz erreicht
werden.
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